" Unser vor sechs Jahren entwickeltes Konzept eines Mobilen Hospizes hat sich in der Praxis voll bewährt", betonte Wiener Hilfswerk-Geschäftsführerin Dir. Dr. Ursula Weber-Hejtmanek bei der Präsentation der Studie "Evaluierung der Arbeit des Mobilen Palliativ-Teams des Wiener Hilfswerks" Die Nachfrage nach dieser Betreuungsform im Zuhause der unheilbar kranken Patienten/innen, deren kurative Therapie im Spital abgeschlossen ist, ist stark steigend. Bei der Finanzierung des für die Betroffenen kostenlosen Angebotes sei das gemeinnützige Wiener Hilfswerk jedoch nach wie vor auf Spenden angewiesen, hob die Präsidentin des Wiener Hilfswerks, LAbg. GRin Karin Praniess-Kastner hervor.
Das sechsjährige Bestehen und die zunehmende Nachfrage nach dem Angebot wurden zum Anlass genommen, um die Arbeit des Mobilen Palliativ-Teams in Form einer umfassenden Angehörigen-Befragung zu evaluieren. Dabei ging es nicht nur um die Zufriedenheit mit der Arbeit des Mobilen Palliativ-Teams, sondern auch um die Wünsche der Angehörigen in Bezug auf Änderungen oder Ergänzungen des angebotenen Dienstes.
Die Befragung wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit 31 Angehörigen von Patienten/innen, die 2007 und 2008 betreut worden sind, durchgeführt. Der Leiter des Mobilen Palliativ-Teams, DGKP Bernhard Stapel, erläuterte zunächst die drei Säulen, auf denen die Betreuung von Patienten/innen auf ihrem letzten Lebensweg beruht: Betreuung beginnt im Krankenhaus; Arzt und Pflege sind vernetzt; Beratungs und Unterstützung der Angehörigen auch in der Trauerphase. Im Vorjahr (2008) begleitete das Mobile Palliativ-Team 170 Patienten/innen auf ihrem letzten Lebensweg, eine Zahl, die heuer bereits nach drei Quartalen erreicht wurde.
In der Untersuchung zeigten die befragten Angehörigen eine außergewöhnlich hohe Zufriedenheit mit dem Mobilen Palliativ-Team (90% der Befragten sind "eher schon" bis "sehr" zufrieden, darunter 77% "sehr zufrieden") und empfanden es als eine wichtige Unterstützung bei der Betreuung der Patienten/innen (84%). Das Team wurde von allen Befragten als "menschlich" bezeichnet , 94% beurteilten es als "verlässlich", 90% als kompetent.
Die Palliativärztin Dr. Brigitte Jurik unterstrich die Bedeutung der Kernteams, die sich jeweils aus einem Arzt/Ärztin und einer Pflegeperson zusammensetzen, was von 87% der Befragten als hilfreich angesehen wird. Bei den Wünschen der befragten Angehörigen rangiert einer ganz vorne: die rund um die Uhr Erreichbarkeit des Mobilen Palliativ-Teams (94% der Befragten), denn "Probleme bei den Patienten halten sich nicht an Geschäftszeiten", so die Begründung der Befragten.
LAbg. Praniess-Kastner ging auf die sozialpolitischen Rahmenbedingungen ein und meinte, die Betreuung durch ein Mobiles Palliativ-Team müsse für jeden leistbar gemacht werden: "Wir dürfen die Menschen auf ihrem letzten Lebensweg nicht zu Bittstellern machen", mahnte Praniess-Kastner abschließend.






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